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Unternehmen haben kein Transformationsproblem. Sie haben ein Wirksamkeitsproblem.

14. Sept.
3 Min. Lesezeit


"Veränderung wird nicht durch Entscheidungen wirksam, sondern durch die Menschen, die sie im Alltag umsetzen." (Abb. Me, myself & KI)
"Veränderung wird nicht durch Entscheidungen wirksam, sondern durch die Menschen, die sie im Alltag umsetzen." (Abb. Me, myself & KI)


Transformation ist längst kein Ausnahmezustand mehr. Sie ist zum Dauerzustand geworden.


Technologie, KI, Kostendruck, neue Wettbewerber und geopolitische Unsicherheit erhöhen das Tempo immer weiter. Eine Veränderung ist in einer Organisation noch nicht wirklich angekommen, da beginnt bereits die nächste.


57 Prozent der deutschen CEOs fragen sich laut aktuellem PwC Global CEO Survey, ob sich ihr Unternehmen schnell genug verändert, um mit dem technologischen Wandel – insbesondere mit KI – Schritt zu halten.


Ich stelle mir zunehmend eine andere Frage:

Ist Geschwindigkeit wirklich das Problem? Oder verändern wir inzwischen so viel und so schnell, dass die Menschen in der Organisation kaum noch Chancen haben, aus Veränderung tatsächlich Wirkung entstehen zu lassen?


Denn verändert wird in Unternehmen reichlich:

Strategien werden entwickelt, Organisationen umgebaut, Prozesse neu definiert, ERP- und CRM-Systeme eingeführt, KI-Projekte gestartet, Workshops durchgeführt, neue Rollen geschaffen…


Und trotzdem bleibt erstaunlich häufig das Gefühl:

Wir tun unglaublich viel – aber es verändert sich zu wenig.


Die Lücke zwischen Entscheidung und Wirkung


Ein Blick auf KI macht das besonders deutlich.


74 Prozent der deutschen CEOs bescheinigen ihrem Unternehmen laut PwC ein tragfähiges Technologieumfeld für KI. Ebenso viele halten ihre Unternehmenskultur grundsätzlich für KI-förderlich.


Die wirtschaftliche Wirkung ist dagegen bislang überschaubar: Nur 11 Prozent berichten von höheren Umsätzen durch KI, lediglich 16 Prozent von gesunkenen Kosten.


Das ist für mich symptomatisch.


Es fehlt offensichtlich nicht an Technologie. Es fehlt auch nicht an Projekten.

Es fehlt an der Fähigkeit, aus beidem Wirkung entstehen zu lassen.


Noch deutlicher wird das an einer anderen Zahl: 70 Prozent der deutschen CEOs sehen interne Verwaltungsprozesse als wesentliches Hindernis für ihre operative Leistungsfähigkeit. Global sind es nur 28 Prozent.


Wir diskutieren also über immer neue Technologien, während uns gleichzeitig unsere eigenen Strukturen ausbremsen.


Das ist kein Technologieproblem.


Und für mich ist es auch kein Transformationsproblem.


Es ist ein Wirksamkeitsproblem.


Was schafft Organisationswirksamkeit?

Für mich bedeutet Organisationswirksamkeit, dass aus Entscheidungen tatsächlich Handeln und aus Veränderung messbare Wirkung im Arbeitsalltag wird.


Dafür müssen drei Dinge zusammenspielen:


Organisation, Technologie und Menschen.


Strukturen schaffen Handlungsfähigkeit. Verantwortlichkeiten, Rollen, Prozesse und Entscheidungswege müssen so gestaltet sein, dass Menschen in der Organisation wissen, was zu tun ist – und auch tatsächlich handeln können.


Technologie schafft Möglichkeiten. Digitale Tools und KI können Prozesse beschleunigen, Wissen verfügbar machen und Entscheidungen verbessern. Aber Technologie ist kein Selbstzweck. Ein schlechter Prozess wird durch KI nicht automatisch zu einem guten Prozess.


Menschen schaffen Wirkung. Am Ende setzt kein Organigramm, kein Prozessdiagramm und kein KI-Tool eine Veränderung um. Das tun Menschen.


Und genau dieser letzte Punkt wird aus meiner Sicht noch immer unterschätzt.


Menschen müssen nicht „mitgenommen“ werden. Sie müssen beteiligt werden.

Der klassische Change-Ansatz spricht gerne davon, Mitarbeitende „mitzunehmen“.

Ich halte diesen Begriff inzwischen für problematisch.

Er impliziert, dass die Richtung bereits feststeht und die Menschen anschließend davon überzeugt werden müssen, mitzukommen.


Nach mehr als 30 Jahren in unterschiedlichsten Organisationen habe ich eine andere Erfahrung gemacht:


Menschen, die frühzeitig beteiligt werden, müssen später viel seltener überzeugt werden.


Sie kennen die tatsächlichen Abläufe. Sie wissen, wo Prozesse funktionieren und wo nicht. Sie sehen Hindernisse, die auf keinem Organigramm auftauchen. Und sie wissen häufig sehr genau, was eine theoretisch gute Entscheidung im Arbeitsalltag bedeutet.


Beteiligung ist deshalb für mich keine nette Kommunikationsmaßnahme.


Sie ist ein Produktivitätsfaktor.


Und sie schafft etwas, das sich nur schwer verordnen lässt: Verantwortung.


Von Handlungsfähigkeit zu Wirkung

Ich sehe deshalb eine relativ einfache Wirkungslogik:


Handlungsfähigkeit ermöglicht Beteiligung.

Menschen brauchen Entscheidungsräume und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und aktiv mitgestalten zu können.


Beteiligung schafft Klarheit.

Wer frühzeitig eingebunden ist, versteht Ziele, Zusammenhänge und Entscheidungen besser - und weiß, welchen eigenen Beitrag es braucht.


Klarheit schafft Wirkung.

Wenn Menschen Lösungen nicht nur kennen, sondern verstehen, worum es geht, was von ihnen erwartet wird und welchen Handlungsspielraum sie haben, wird Veränderung im Arbeitsalltag umsetzbar.


Genau dort entscheidet sich für mich, ob Veränderung funktioniert.


Nicht auf der Vorstandspräsentation.


Nicht beim Go-live eines neuen Systems.


Nicht beim Abschluss eines Transformationsprogramms.


Sondern einige Monate später im Arbeitsalltag.


Deshalb brauchen wir weniger Transformation – und mehr Wirksamkeit.

Das bedeutet nicht, dass Unternehmen sich weniger verändern sollten.


Im Gegenteil.


Geopolitische Unsicherheit, Kostendruck, neue Wettbewerber und insbesondere KI werden Unternehmen in den kommenden Jahren zu erheblichen Veränderungen zwingen. PwC kommt in seinem aktuellen CEO Survey ebenfalls zu dem Schluss, dass Unternehmen ihre Geschäfts- und Betriebsmodelle konsequent weiterentwickeln müssen.


Aber die entscheidende Frage sollte aus meiner Sicht nicht nur lauten:


Was von all dem, was wir gerade verändern, kommt tatsächlich in unserer Organisation an - und entfaltet dort Wirkung?


Denn am Ende zählt nicht, wie viele Veränderungsprojekte ein Unternehmen gestartet oder abgeschlossen hat.


Es zählt, was davon im Arbeitsalltag wirklich etabliert wurde und funktioniert.


Genau das meine ich mit Organisationswirksamkeit.


Was mich interessiert: Woran erkennen Sie in Ihrem Unternehmen, dass eine Veränderung wirklich angekommen ist?


Teilen Sie Ihre Erfahrungen gerne hier - oder lassen Sie uns dazu persönlich ins Gespräch kommen.

 
 
 

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